Die Teilung (2018-)

Romanprojekt

Die Teilung erzählt aus der Sicht eines jungen Mannes, wie eines Tages seine Welt auf den Kopf gestellt wird: Eine namenlose Frau dringt von außen über ein Fenster in das Kabinett seiner Erdgeschoßwohnung ein. Er flüchtet und verbarrikadiert die Tür. Die Wohnung ist damit geteilt. Sie bleibt, das Fenster wird zu ihrem eigenen Eingang. Ihr Zusammenleben ist durch die Regel bestimmt, dass sie einander nicht sehen dürfen, sie sorgen aber füreinander. Dabei zeigt sich eine Vertrautheit, die auf eine gemeinsame Vergangenheit hinweist. Der Ich-Erzähler gibt vor, dass ihr Zusammenleben auf einem Konsens beruht. Doch die Regel, dass sie einander nicht sehen dürfen, hat er aufgestellt, da er sie nicht sehen möchte. Am Höhepunkt des Romans gesteht er sich die Schuld ein, die er auf sich genommen hat, indem er sie abgeriegelt im Kabinett ein unwürdiges Leben führen ließ. Daraufhin hebt er die Teilung auf. Die Möglichkeit eines Miteinanders steht im Raum. Ob sie eingelöst wird, ist ungewiss. 

Die Geschichte verhandelt Fragen des Zusammenlebens und des Zuhauses, des Für- und Miteinanders, von Verdrängung und Schuld. Sie hat ihren Grund in der Geschichte meiner Familie, diese wird aber nicht offenbart. Die Sprache des Romans ist nüchtern und assoziativ zugleich. Das seelische Empfinden des Protagonisten in seiner Ambivalenz wird nicht mit Befindlichkeiten beschrieben, sondern über das sich entfaltende Geschehen innerhalb einer surreal anmutenden, abgeschotteten Lebenswelt.

Fertigstellung: Ende 2021