Stefan Feiner

5 Laserjet-Prints, 80x100cm, schwarzer Schattenfugenrahmen

Nachdem sich mein Vater von meiner Mutter getrennt hat, ist sie in eine eigene Wohnung gezogen. In dieser war ich selbst nur ein einziges Mal. Zu diesem Zeitpunkt war sie nicht mehr am Leben. In diesen Jahren zwischen der Trennung und ihrem Tod hat mir mein Vater immer wieder von Ereignissen aus ihrem Leben erzählt. Ich rekonstruiere nun aus seinen Erzählungen bestimmte Ereignisse in der Wohnung meiner Mutter mittels der inszenierten Architekturfotografie und schließe damit methodisch an Termination an. Die rekonstruierten Ereignisse verweisen auf einen Umgang miteinander, der nur mehr über Gegenstände und Objektivationen erfolgt. Indem die Interaktion zeitlich versetzt ist, gibt es keine gemeinsam gelebte Zeit mehr. In dieser Vermitteltheit artikuliert sich eine immense Entfernung, durch die das ehemals so Vertraute dabei ist, sich in Fremdheit zu verwandeln. In den Bildtitel dränge ich im Vergleich zu Termination das Narrative noch weiter zurück. Übrig bleibt nur mehr ein Wort, so dass das dargestellte Geschehen noch weiter verdichtet wird. Der Kamerastandpunkt und damit der/die Betrachter/in befindet sich an einem unmöglichen Ort: in der Wand. Angezeigt wird dies durch jene schwarzen Flächen, die die Rückseiten von Gegenständen bilden, die an der Wand stehen. Die schwarzen Flächen sind sowohl Bestand-teil des Bildraums als auch von diesem ausgeschlossen. Das fotografische Bild wird zu einer Wand, die uns gleichzeitig aber auch sehen lässt. Indem ich für die Bilder einen schwarzen Schattenfugenrahmen verwende, gehen die schwarzen Flächen zugleich auch in den wirklichen Rahmen über. Damit kommt es zu einer Vermittlung zwischen Bildraum, Bildoberfläche und Ausstellungssituation und so auch zwischen dem Privaten und Öffentlichen.

After my father separated from my mother, she moved into her own apartment. I was in this apartment only once myself. At that time she was no longer alive. In these years between the separation and her death, my father told me again and again about events from her life. I reconstruct certain events using staged architectural photography. The reconstructed events refer to a way of dealing with each other via objects and externalizations. As the interaction is temporally dislocated, there is no common experience. What was formerly so familiar is now alienated. In the image-titles I push the narrative even further back in comparison to Termination. Only one word remains, so that the events depicted are condensed even further. The camera‘s point of view and thus the viewer is in an impossible place: in the wall. This is indicated by those black surfaces that form the backs of objects standing on the wall. By using a black shadow gap frame for the pictures, the black surfaces simultaneously merge into the real frame. This results in a mediation between pictorial space, pictorial surface and exhibition situation and thus also between the private and the public.